Steildach Steildächer

Dächer werden auf Grund ihrer abweichenden Formen und Dachkonstruktionen in verschiedenartige Dacharten unterteilt. Bekannt ist in diesem Bezug das sogenannte Steildach, eine ganz besonders eigenwillige und bewährte Dachgestaltung.
Wie alle anderen Dachtypen so besteht auch ein Steildach aus den tragenden Konstruktionen des Daches, auch als Tragwerk bezeichnet und der sogenannten Dachhaut, welche umgangssprachlich die eigentliche Dachdeckung darstellt.
Ein Steildach weicht insbesondere in dessen Neigung und optische Ansicht von anderen Dacharten ab, was die Bezeichnung Steildach erklärt. Es hat eine besondere steile Dachneigung, welche sich über die darunter liegenden Neigungen anderer Dachformen von über 22° oder gar 30° auszeichnet. In Fachkreisen wird ein Dach bereits als Steildach bezeichnet, wenn dessen Neigung über 7° hinaus geht.
Steildächer umfassen innerhalb der angegebenen Dachneigungen abweichende Formen von Dächern. Da Steildächer zahlreiche Vorzüge besitzen, nutzen bereits die Urmenschen diese Dachart, welche sich bis in die heutige Zeit erhalten hat. Oft können stabile und widerstandsfähige, recht robust und massiv gefertigte Steildächer auf mittelalterlichen Bauwerken bewundert werden. Sie wurden natürlichen geometrischen Formen nachempfunden und zeigen sich als kuppel- und gewölbeartige Bauelemente.
Ein Steildach ruht auf einer entsprechenden Dachkonstruktion, welche auf einem sogenannten Stabunterbau beruht, welcher aus naturgewachsenem Holz besteht. Dabei werden sowohl Sparren als auch Pfettendächer errichtet. Einige Dachtypen zeichnen sich jedoch auch durch eine Mischung beider Dacharten aus.
Sparrendächer als Steildächer können ohne Einschränkungen beplant werden. Pfettendächer als Steildächer werden von Stützen aus Holz zur Raumeinteilung eingesetzt. Diese Stützen werden auf den Pfetten stabil positioniert.
Naturgewachsenes, gesundes Holz hat für die Errichtung von Steildächern immer noch eine große Bedeutung. Mit dem Einsatz von modernem und besonders wetterfestem Stahlbeton als Konstruktionsmaterial für die Errichtung von Steildächern wird auch weiterhin Holz für die Montage von Steildächern genutzt. Steildächer aus Betonmaterialien werden als Plattensteildächer bezeichnet, da sie aus Betonplatten bestehen und vorgefertigt werden. Wenn Steildächer als Massivdächer verwendet werden, dass ist diese moderne Variante vorwiegend aus der Erstellung des Betonfertigteilhauses oder dem innovativen System des Systemhauses bekannt. Gegenüber der Massivbauart für Steildächer zeichnet sich die Plattenbauform dadurch aus, dass das Klima im Inneren der Räume wesentlich angenehmer und gesünder ist.
Ein Steildach verleiht dem Haus nicht nur seinen Stil, es hat vielfältige funktionale Aufgaben zu erfüllen und muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Zunächst bewahrt ein professionell errichtetes Steildach das Innere des Gebäudes vor eindringender Nässe. Durch seine feste Verankerung auf der Hausmauer kann außerdem kein Wind in das Gebäude gelangen, Kälte bleibt draußen. Daneben sorgt nicht nur die eigentliche Bauform des Steildaches sondern auch die entsprechende Dämmung gegen Wärmeverluste. Um so exakter ein Steildach gebaut ist und um so effizienter die Wärmedämmung ist, desto höhere Einsparungen sind in Bezug auf Heizenergie möglich.
Ein Steildach als Außenabdeckung eines Gebäudes unterliegt täglich den direkten Einflüssen der Witterung und steht dabei unter besonders extremer Beanspruchung. Sowohl Hitze und Kälte, verschiedenartige Niederschläge und physikalische Einflüsse wie Sturm beispielsweise, können die äußere Haut des Steildaches zerstören. Auch die zunehmenden Einflüsse durch die Umwelt greifen die Dachkonstruktion und die Dachhaut an.
Die Schaffung von Wohnraum unter dem Dach wird zunehmend interessanter und lukrativer, da sich durch den modernen Innenausbau zahlreiche bauliche Gegebenheiten umsetzen lassen, damit Menschen auch die Fläche unter einem Steildach in wohnlicher Atmosphäre nutzen können. Steildächer besitzen außerdem den Vorzug, dass sie auf Grund ihres zusätzlichen Platzes unter dem Dechaufbau zahlreiche Gestaltungsvoraussetzungen für weiteren Wohnraum bieten. Diese Dachwohnungen zeichnen sich durch einen ganz besonderen Wohnkomfort und ein gemütliches Ambiente aus.
Für die bauliche und handwerkliche Ausgestaltung eines Steildaches werden spezielle Materialien eingesetzt, beispielsweise Bitumenbahnen, Systeme aus Aufsparrendämmungen und anderen hochwertigen Dämmstoffen aus Kunststoff. Praktisch relevant sind dabei zwei Bauversionen, innerhalb derer ein Steildach ausgerüstet werden kann. Zunächst ist das belüftete Steildach eine Konstruktionsweise, welche in Handwerkskreisen als Kaltdach bezeichnet wird. Vielfach angewendet wird beim Steildach im Gegensatz dazu die Bauform des Warmdaches, eine als unbelüftete Variante bezeichnete Bauart.

Ein Steildach als Kaltdach ist gekennzeichnet durch eine spezielle Wärmedämmung. Über dieser befindet sich eine zusätzliche Belüftung. Wenn ein Steildach nicht ausgebaut und als Wohnraum genutzt wird, dann ist es möglich, den gesamten Dachaufbau als Lüftungskomponente einzusetzen. Die Wärmedämmung findet somit auf dem Fußboden des Daches statt. Warmdächer unter den Steildächern besitzen keine zusätzliche Ebene, auf welcher eine Lüftung erfolgen kann. Eine sogenannte Sparrenvolldämmung wird hierbei in der praktischen Umsetzung vorgenommen. Eine bauliche Erweiterung durch Dampfbremse muss dabei in die Dämmung einbezogen werden, damit sich keine Feuchtigkeit durch Schwitz- und Kondenswasser bilden kann, welche den Dachaufbau zerstört.

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